Gerade gestern habe ich im Fernsehen noch einen aktuellen Spot des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gesehen, in dem die Bender-Zwillinge mit einer leeren Getränkedose kicken und die dann in die gelbe Tonne schießen wollen. Nationalkeeper Manuel Neuer fängt die Dose und rüffelt die Kicker: „Ey Benders, da is doch noch Pfand drauf.“ Wenn es nach den Grünen ginge, könnte man den Spot demnächst auch mit Alt-Handys drehen. Die hatten nämlich Anfang des Monats vorgeschlagen, ein Pfand auf Handys einzuführen. Mit zehn Euro Pfand pro Handy wollen die Grünen die Recycling-Quote erhöhen. Umgehend sprach sich der Branchenverband BITKOM gegen diesen Vorstoß aus. „Handys sind keine Dosen“, sagte BITKOM-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Ein Pfandsystem sei der falsche Weg.
Falsch oder richtig – eines hat der Vorstoß der Grünen auf jeden Fall geschafft: Er hat noch einmal Aufmerksamkeit auf ein Problem gelenkt, das stetig größer wird. Denn es gibt kaum einen Haushalt in Deutschland, in dem nicht noch ein oder mehrere alte Handys herumliegen. Mehr als 80 Millionen Alt-Handys horten die Deutschen, hat der BITKOM ermittelt. Tendenz steigend. Ein Handy ist im Schnitt zehn Zentimeter lang. Wenn man alle Alt-Handys der Länge nach aneinander legen würde, käme man auf rund 8.000 Kilometer. Das entspricht zehn Mal der Strecke von Kiel nach Regensburg. In jedem dieser Handys schlummern wertvolle Rohstoffe (unter anderem Gold, Silber und Palladium), die durch das Sammeln dem Wertstoff-Kreislauf entzogen werden.
Die Telekom bietet seit 2003 eine Alternative für das traurige Schubladendasein – die Handyrücknahme. Alte und defekte Mobiltelefone können in jedem Telekom-Shop abgegeben oder per Post an das Telekom Recycling Center geschickt werden. Aus den Erlösen der Handyrücknahme werden gemeinnützige Organisationen unterstützt. So konnte die Deutsche Umwelthilfe in den letzten Jahren über 700 Umwelt- und Naturschutzprojekte umsetzen oder unterstützen. Übrigens: Die Telekom Spendenaktion im vergangenen Jahr, bei der Kunden ihr altes Handy für Ein Herz für Kinder spendeten, spülte beinahe 600.000 Althandys ins Recyclingsystem.
Doch wie genau funktioniert eigentlich Handyrecycling? Das haben wir unseren Kollegen André Hofmann gefragt. Denn der war in dem Recycling-Unternehmen zu Besuch, das die Telekom mit der Wiederverwertung beauftragt hat. André hat von dort Bilder mitgebracht, die wir zu einer animierten Fotoshow zusammen gestellt haben. In dieser Foto-Show erklärt er die wichtigsten Recycling-Schritte.
Dieses Unternehmen ist eine zentrale Station im Recyclings-Prozess. Hier kommen die Postsendungen und die Sammlungen aus den Telekom-Shops an. Und hier wird alles von den Geräten gelöscht, was an privaten Daten noch vorhanden sein könnte. Dann wird die Spreu vom Weizen getrennt. Noch funktionsfähige Geräte werden aufbereitet und ins Ausland befördert. Der Rest wird bis aufs kleinste zerlegt und die entsprechenden Materialien wiederverwertet. Das beste, was man mit den alten Schätzchen eigentlich machen kann.
Wer mehr zu diesem Thema oder zu anderen Nachhaltigkeitsthemen wissen will, kann sich auf dem Nachhaltigkeits-Portal der Telekom informieren.

Meine ganz klare Frage: Was verdient die Telekom daran?
Die 2 Euro die an “gemeinnĂĽtzige Organisationen” gehen ist nur ein Bruchteil dessen was mit dem Recycling von Handys verdient werden kann.
Ich zitiere einen Stern Artikel “Wie man Althandys zu Geld macht” vom 24.04.2010:
“Ein echtes Geschäft ist dieses Ankaufmodell allerdings nur, wenn man die eingesammelten Handys eben nicht alle verwertet. Zwar enthalten Handys Wertstoffe und Baubestandteile, die sich vermarkten lassen. Umsätze machen die Firmen aber eher mit dem Wiederverkauf. Dabei kommen vor allem zwei Modelle zum Tragen: Zum einen der Verkauf von Gebrauchthandys ĂĽber bei Ebay eingerichtete Powerseller-Shops, zum anderen der Export in Schwellenländer.”
Und zusätzlich möchte ich noch einen Artikel der ARD vom 07.03.2010 zitieren: “Bislang recyceln nur drei Firmen in Europa Handys sachgerecht und effizient. …Die Handys werden zuerst geschreddert und dann geschmolzen. In einem chemischen Verfahren, dessen genaue Funktionsweise Betriebsgeheimnis ist, können die einzelnen Metalle dann aus der Schmelzmasse herausgelöst werden. So werden beispielsweise auch groĂźe Mengen Kupfer gewonnen. Aber vor allem geht es natĂĽrlich um Gold: Am Ende des Recyclingprozesses flieĂźt Gold im Wert von mehreren Millionen Euro direkt aus dem Ofen in eine mit Wasser gefĂĽllte Wanne,…”
Meine ganz klare Antwort: nix. Zum einen ist nur ein kleiner Teil der Handys, die bei uns abgegeben werden, noch funktionsfähig (aktuell ca. 5 Prozent). Und zum anderen übersteigen die Kosten für Sammlung, Recycling, Datenlöschung die Erlöse deutlich. Wenn Du dazu mehr wissen möchtest, findest Du in diesem Beitrag mehr dazu.
Hallo Herr Kadelke,
leider ist Ihr verlinkter Verweis in Ihrer Antwort nicht funktionstüchtig. Über eine Behebnung des Fehlers wäre ich Ihnen dankbar, da ich gern mehr über das Thema Handy-Recycling erfahren möchte.
Vielen Dank
Hallo Ulli, ich habe den Link getestet, bei mir funktioniert er. Es ist der selbe, der oben im Beitrag unter dem Text “Kunden ihr altes Handy fĂĽr Ein Herz fĂĽr Kinder” hinterlegt ist. Sonst probieren Sie es nochmal mit diesem hier: http://nachhaltig-handeln.telekom.de/ihr-beitrag/handy-ruecknahme
Bei mir funktioniert dieser Link auch nicht.
Aber auf Telekom.com ist diese VerknĂĽpfung zum Hyperlink richtig.
WofĂĽr steht das Eingabe Feld “Web Seite” ?
Zählen dortige Eingaben nicht als Werbung ?
Ich finde das sehr gut von Euch. Wenn ich richtig verstehe, seid Ihr auch hier beim Handy-Recycling beteiligt. Ich finde es sehr gut, dass alle Mobilfunker zusammenarbeiten fĂĽr dieses so wichtige Thema. http://www.udldigital.de/mit-handy-recycling-zu-rohstoffschatzen/
Kann eine Gruppe die Handys sammelt und an sie schickt selbst entscheiden fĂĽr welches Projekt das Geld ist? Darf man es auch fĂĽr Projekte im Ausland verwenden?
Das geht leider nicht. Die Spenden aus den Erlösen flieĂźen am eines Jahres zu gleichen Anteilen an die Hilfsprojekte “Ă„rzte fĂĽr die Dritte Welt” oder die “Deutsche Umwelthilfe”.
Wir sind eine Behörde und haben ca. 155 Altgeräte durch Austausch gegen neue liegen. Wie würde in diesem Fall die Abgabe an die Telekom ablaufen?
Auf unserer Handy-Recycling-Seite können Sie unter Punkt 3 (Abholen lassen ab 10 Handys) einen Abholfauftrag herunterladen und unterschrieben an die angegebene Nummer faxen. Anschließend werden die Geräte kostenlos abgeholt und dem Recycling zugeführt.
Vielen Dank fĂĽr den Hinweis. Mfg
Ich bin über die Deutsche Umwelthilfe auf diese Seite gestoßen. Ihre Fotoreihe zum Handy-Recycling ist sehr interessant. In dem Beitrag wird erwähnt, dass die Alt-Handys an ein Recyclingunternehmen weitergeleitet werden und das Granulat von Fachbetrieben weiterverarbeitet wird. Da ich in verschiedenen Reportagen von Problemen mit dem Export von Elektroschrott gelesen habe, würde ich gerne wissen, um welche Firmen es sich genau dabei handelt.
Vielen Dank fĂĽr Ihre Information,
Isabell Foks
Hallo Frau Foks, ich habe bei unseren Kollegen mal nachgefragt. Hier die Antwort: Gemeinsam mit unserem langjährigen Partner, der Deutschen Umwelthilfe, haben wir uns intensiv mit der Problematik des Exports von Elektroschrott beschäftigt und daher unsere Handyverwertung möglichst nachhaltig ausgerichtet: Der Großteil (ca. 95%) der Handys, die im Telekom Recyclingcenter ankommen, werden bei der Firma Elektrocycling Gmbh zerkleinert. Das Granulat wird in hochspezialisierte Metallschmelzen in der Europäischen Union eingeschmolzen und so wertvolle Metalle und Edelmetalle wiedergewonnen. Diese Unternehmen halten bei den Verarbeitungsprozessen die europäischen Umweltauflagen ein und exportieren keinen Elektroschrott, sondern recyceln die verwertbaren Materialien. Nur ca. 5% der bei der Telekom zurückgegeben Handys sind so hochwertig, dass diese zur Weiternutzung geeignet sind. Nach Löschung aller persönlichen Daten können diese Handys weiterverwendet werden, was ihre Nutzungsdauer und damit ihre Ökobilanz verbessert. Mehr Infos zum Handyrecycling: http://www.handysfuerdieumwelt.de/warum-abgeben/re-cycling/