Das „Internet der Dinge“ bringt auch Pizza

Foto: Richard Jones/flickr

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Heute schon eine Pizza bestellt? Dann habt Ihr sie vielleicht dank M2M erhalten. M2M ist die Abkürzung für Machine-to-Machine-Kommunikation und meint die eigenständige Kommunikation von Maschinen miteinander, ohne dass Menschen eingreifen. Ein gebräuchliches Schlagwort hierfür ist auch „Internet der Dinge“. Klingt nicht nach Pizza? Ist es aber. Der Online-Lieferservice Lieferheld nutzt eine M2M-Lösung, um kleine Restaurants und Lieferdienste an seine Plattform anzuschließen, die weder Internetanschluss noch E-Mail haben. Für diese Fälle setzt Lieferheld die „Lieferheld Express Box“ ein, eine M2M-Lösung, mit der die Restaurants Online-Bestellungen auch ohne PC und Internet annehmen können.

Die Box ist mit einer Telekom SIM-Karte und einem integrierten Thermodrucker  ausgestattet. Sobald ein Lieferdienst das Gerät an den Strom anschließt und einschaltet, bucht es sich automatisch auf der M2M-Plattform der Telekom ein. Im Online-Portal und der Smartphone-App von Lieferheld erscheint das Angebot des Partner-Restaurants nun mit der Kennzeichnung “Express”. Bestellt ein Kunde bei diesem Partner, werden die Auftragsdaten per Mobilfunk an die Express Box übertragen. Das Gerät druckt die Bestellung in Sekunden aus und piept, bis der Lieferdienst den Vorgang bestätigt. Ein Mitarbeiter gibt die voraussichtliche Bearbeitungsdauer des Auftrags ein und die Box verschickt eine Bestellbestätigung per SMS, E-Mail oder Nachricht auf der Lieferheld-Webseite.

Das Markforschungsunternehmen Forrester Research erwartet, dass die weltweiten Umsätze mit M2M in den kommenden Jahren stark steigen – von heute rund 4,2 Milliarden Dollar auf rund 17 Milliarden Dollar im Jahr 2016. Sicher nicht allein mit Online-Pizza. Aber M2M kann ja auch viel mehr als Pizza. Zum Beispiel im Falle eines Autounfalls Hilfe holen. Ab 2015 sollen alle neu zugelassenen Neuwagen mit dieser eCall genannten automatischen Notruffunktion ausgestattet sein.

M2M kommt in vielen Bereichen des Lebens zum Einsatz:

  • Im Gesundheitswesen zum Beispiel zur Überwachung von Herzschrittmachern.
  • Bei Paketdiensten in den so genannten Handscannern, auf denen Kunden den Empfang des Pakets unterschreiben.
  • In der Energiewirtschaft zum Auslesen von Verbrauchsdaten für Strom, Gas und Wasser (so genannte Smart Meter).
  • Bei Speditionen zur besseren Auslastung der Lastwagen und zur Senkung der Betriebskosten.

Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Und die Zahl der Anwendungsmöglichkeiten wird in Zukunft noch enorm ansteigen. Wer sich intensiver mit dem Thema auseinandersetzen will, findet in unserer digitalen Medienmappe über M2M Kommunikation umfangreiche Infos. Und in diesem YouTube-Video von DREISECHSNULL.tv wird M2M schematisch sehr anschaulich und einfach erklärt.

 

Kommentare (3)

  1. Michael says:

    Auch bei dem vorgestellten Thema trifft man wieder auf das immer wieder gleiche Problem:
    Die Versorgung ist nicht flächendeckend.
    Sobald man sich aus den Großstädten herausbewegt oder zu viel Häuser/Beton usw. im Weg hat, ist es oft genug vorbei mit der Mobilfunk-Versorgung.
    Dabei geht es noch nicht mal um die Versorgung mit UMTS und LTE, sondern erst mal nur um GSM.
    Wenn man nun UMTS bzw. LTE nutzen will, sieht es an den genannten Stellen mit dem “Internet der Dinge” noch schlechter aus, weil es (noch öfters) einfach keine Internet-Verbindung gibt…

  2. Udo Lahm says:

    So eine PR-Meldung kann einen richtig aufregen wenn man erlebt, dass die Telekom nicht mal Ihre Basisleistungen zu erbringen im Stande ist, und dann solche Sachen vollmundig anpreist.
    Seit zwei Wochen bringt es die Telkom – auch nicht der teuer zu zahlende Service-Monteur – bei mir fertig, mir nach Umzug einen Telefonanschluss freizuschalten. Die vielfach kontaktierte Telekom-Hotline berichtet von “schwerwiegenden Softwarefehlern” in einer zentralen Stelle als Ursache, gibt meine “Störungsmeldung” (? ein Anschluss, der nie funktioniert hat, kann auch nicht gestört sein nach meiner Auffassung…) an eine “hohe Stelle” weiter. Damit verschwindet die Störungsbehebung aber im Nirwana, denn diese ominöse Stelle (intern heißt das wohl “Nimbus-Ticket”) ist dann von keinem Kundenberater der Hotline mehr erreichbar: “Ich kann Ihnen keine Auskunft darüber geben, wie der Bearbeitungsstatus ist und wann Sie einen Anschluss bekommen”, heißt es lapidar bei der hilflosen und erkennbar genervten Service-Hotline. Und das, obwohl hier im Ort bei anderen die IP-Technik funktioniert. Wer macht hier was, wer weiß von wem, und wie reden die Kolleginnen und Kollegen in diesem Unternehmen Telekom miteinander? Alles sehr erstaunlich. Für ähnliche Erfahrungen anderer würde ich mich – da Journalist – sehr interessieren, und freue mich über Kontaktaufnahme.

  3. Bernhard says:

    Ich kann mich dem Kommentar von Michael nur anschließen. Das ganze setzt eine flächenabdeckende Lieferversorgung voraus. Dies mag vielleicht in den Großstädten gegeben sein, aber auf dem Land ist dies nicht der Fall. Wie will man hier auch eine angemessene warme Lieferung in kurzer Zeit sicherstellen, wenn die Distanzen größer sind ? Zudem ist es heute noch gang und gäbe, dass man die Pizzaangebote in einem Faltblatt vor sich hat und dann telefonisch bestellt.

    Bei anderen M2M-Anwendungen kann ich mir den Einsatz eher vorstellen, z.B. wenn bei einem Unfall gleich automatisch andere wichtige Stellen (Polizei / Feuerwehr, Unfall-Call Center) informiert werden.

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