Eindeutig erwünscht – soziales Netzwerken am Arbeitsplatz

Dass wir Social Media Plattformen wie Twitter, Facebook, Youtube oder Blog für unsere externe Unternehmenskommunikation nutzen, das könnt Ihr auf unseren Telekom Plattformen live mitverfolgen und das ist für die meisten von Euch ja auch nix Neues. An dieser Stelle sei aber auch mal erzählt, dass wir die Vorteile von Social Media Instrumenten auch für unsere interne Kommunikation entdeckt haben. Und das nicht erst gestern. Schon seit 2007 nutzen Telekom-Mitarbeiter und -Management interne Blogs, Netzwerke und Wikis für ihre tägliche Arbeit und Zusammenarbeit. Die neuen Plattformen erleichterten den konzernweiten Austausch von Informationen und Wissen, und auch das Aufspüren von passenden Ansprechpartnern.

Vor einem Jahr folgte dann das Telekom Social Network (TSN). Das interne Social Network fügt nun alles zusammen, was seit einigen Jahren schon erfolgreich für die Kommunikation im Konzern im Einsatz ist. Mit dem TSN gibt es nun einen Ort für interne Kommunikation und Kooperation, an dem Konzernwissen gesammelt und geteilt wird, Ansprechpartner schnell gefunden werden und Platz für Zusammenarbeit ist. Durch die Vernetzung können hier Fragen schnell geklärt werden, denn das Know-how ist meist schon irgendwo im Konzern. Nur wo? Das TSN ist ein Hilfsmittel, um genau die Kollegen zu finden, die dieses spezielle Wissen mitbringen. Anders als vielfach noch in der „realen“ Arbeitswelt interessieren hier auch keine Hierarchien oder Organisationsstrukturen.

Schon jetzt gehört das TSN zu den größten und am schnellsten wachsenden Unternehmens-Social Networks der Welt – was sicherlich auch mit unserer nicht zu verachtenden Konzerngröße zusammenhängt. In Zahlen heißt das aktuell, dass fast 50 000 Kollegen im TSN registriert sind. Tendenz steigend. Die haben zurzeit 60 000 Beiträge erstellt, bearbeitet und diskutiert. Die größte Arbeitsgruppe im TSN hat 560 Mitglieder. Und auch die meisten Vorstandsmitglieder sind aktiv. Sie nutzen das TSN, um die Mitarbeiter zu erreichen und ihnen Einblick in ihre Arbeit und Standpunkte zu geben. Und um sich mit den Mitarbeitern auszutauschen.

Das hört sich alles nach der wunderschönen neuen Arbeitswelt an. Und das Potential ist da. An vielen Ecken läuft das TSN schon richtig rund und hat die Zusammenarbeit enorm verbessert. Ich habe schon sehr gute Erfahrungen damit gemacht. Seit einer ganzen Weile grübeln einige Kollegen und ich beispielsweise über das Thema Ideenmanagement nach. Ein Thema, das in ganz unterschiedlichen Bereichen der Telekom relevant ist. Hier kann es um Verbesserungsvorschläge von Mitarbeitern für Arbeitsprozesse gehen, um die Weiterentwicklung von Produkten und um Verbesserungsvorschläge von Kunden. Durch die Gründung einer Gruppe im TSN haben sich Kollegen gefunden, die ebenfalls an diesem Thema arbeiten. Und durch das TSN tun wir dies nun zusammen.

Mit dem durchs TSN erleichterten Arbeiten in virtuellen Projektteams habe ich auch sehr gute Erfahrungen gemacht. Man kann Dokumente teilen, gemeinsam daran arbeiten und diskutieren. Das geht im Zweifel schneller, als zig E-Mails hin und her zu schicken und gleichzeitig an verschiedenen Versionen eines Dokuments zu arbeiten. Auch hier ein „Daumen hoch“ von meiner Seite.

Und auch die Aktivitäten einiger Vorstände finde ich sehr gut. René Obermann ermöglicht seinen Mitarbeitern einen Schulterblick, indem er von Veranstaltungen und Dienstreisen berichtet, von denen man als Mitarbeiter oft nicht viel mitbekommt. Und er steht für Diskussionen zur Verfügung. Zeigt sich also einmal mehr als ein sehr greifbarer Chef für seine Mitarbeiter.

Dennoch sind wir, denke ich, noch nicht da, wo wir sein können oder wollen. Wenn es so einen finalen Punkt überhaupt gibt. Denn das TSN wird sich mit der Nutzung und den Nutzern immer weiter entwickeln. In einer modernen Arbeitswelt geht es ja nicht nur um die Technik, sondern auch darum, wie die Nutzer die Technik anwenden und somit immer neue Möglichkeiten entdecken. Das TSN ist quasi ein „living document“ und trägt deshalb im Titel auch seit dem Start ein „Beta“, weil es noch lange nicht fertig ist. Die Kollegen, die die Plattform vergangenes Jahr an den Start gebracht haben und nun auch maßgeblich für die Weiterentwicklung verantwortlich sind, sind offen für jegliche Kritik und Verbesserungsvorschläge. Die kann man zum Beispiel in deren Projektgruppe im TSN loswerden.

Ein Punkt ist beispielsweise die Optimierung der Übersichtlichkeit der vielfältigen technischen Möglichkeiten. Michael Wand, einer der Projektleiter fürs TSN, versicherte mir, man nehme das Feedback der Nutzer sehr ernst. „Die Reaktionen und Wünsche der Kollegen fließen in die Weiterentwicklung des TSN ein. Gerade ein positives Erlebnis der Nutzer ist entscheidend für ein Social Network wie das TSN“. Das kann ich nachvollziehen und wenn das Feedback gut umgesetzt wird, überzeugt das immer mehr Kollegen. Und je mehr mitmachen beim Telekom Social Network, desto mehr profitieren wir alle und schlussendlich das Unternehmen davon.

PS: In unserem animierten Mitarbeiterfilm könnt Ihr übrigens einen Eindruck gewinnen, wie das TSN funktioniert.

Kommentare (10)

  1. MDS sagt:

    Ich finde die Nutzung von Social Media am Arbeitsplatz klasse, wir haben auch ein eigenes internes Social Network, was rege genutzt wird. Da wir selbst Wikis verkaufen, nutzen wir natürlich selbst eins und das sehr aktiv. Ich muss sagen, dass diese Dinge die Kommunikation und Dokumentation sehr angenehm gestalten. Ich möchte es nicht mehr missen. Nicht nur die Mitarbeiter im Unternehmen profitieren davon, sondern auch die Kunden, welche wir aktiv einbinden.
    Die Hierarchien bei uns im Unternehmen sind eh schon sehr flach, durch die Nutzung dieser Methoden noch flacher.
    “René Obermann ermöglicht seinen Mitarbeitern einen Schulterblick, indem er von Veranstaltungen und Dienstreisen berichtet, von denen man als Mitarbeiter oft nicht viel mitbekommt. Und er steht für Diskussionen zur Verfügung.” <– Ich finde es sehr gut und auch interessant, Einblicke zu bekommen, die man sonst nicht hätte. Transparenz spielt hier eine ganz große Rolle. Diese Erfahrung kann ich ebenfalls teilen. Ich empfinde das als sehr positiv.
    Ebenfalls bejahen kann ich, dass sich die heutigen Emailfluten ein wenig eindämmen lassen. Wir arbeiten zudem noch mit einem Ticket-System, welches ins Wiki integriert werden kann. Ich finde das sehr wertvoll für meine tägliche Arbeit, obwohl ich nicht in einem Bereich arbeite, bei dem man es voraussetzen bzw. erwarten würde. Man hat eine ganz andere Übersicht als mit den konventionellen Methoden und Ablagesystemen.
    Ich schließe mich aber auch der Aussage an, dass wir noch nicht da sind, wo wir sein können. Ein Grund ist sicherlich, dass die Möglichkeiten der Tools beinahe unbegrenzt sind, das Wissen darüber allerdings nicht.
    Tools wie diese sind daher meiner Meinung nach nur so nützlich, wie der User sich damit auseinandersetzt. Aber ich denke, wir sind auf einem guten Weg.

  2. Jochen sagt:

    Hallo,
    schöner Artikel, schöner Blog, Danke. Auf welcher Technologie basiert denn Euer TSN, ist das ein Softwareprodukt vom Markt oder eigens entwickelt, welche Faktoren haben diese Entscheidung beeinflusst; könnt Ihr das bitte erläutern?
    Dank und Gruß
    Jochen

    • Pawel Dillinger sagt:

      Die Plattform TsN basiert auf den Produkten von Jive. Schau mal unter: http://www.jivesoftware.com/

      Viele Grüße
      Pawel Dillinger

      • Stefan Ludowicy sagt:

        Ich vermute, dass auch andere Plattformen in die Systeme von Jive integriert werden/wurden? (erweiterte wiki-systeme, sharepoint + Exchange, Lync, …)

        • Luisa Vollmar sagt:

          Hallo Stefan,
          wie schon im Beitrag geschrieben, arbeiten die Kollegen ständig an der Weiterentwicklung der Plattform. Welche konkreten Integrationen/ Erweiterungen folgen, können wir berichten, wenn es soweit ist.
          Gruß
          Luisa

    • Luisa Vollmar sagt:

      Hallo Jochen,
      in der Tat nutzen wir das Standardprodukt JIVE. Allerdings haben wir die Software für unsere Bedürfnisse an der einen oder anderen Stelle angepasst. Insbesondere die Interaktionsoberfläche haben wir mit Hilfe unserer Kollegen der Abteilung Produkt Design verändert. Damit verfolgen wir das Ziel, unseren Mitarbeitern ein ähnliches Produkterlebnis mit dem TSN bieten wie externen Kunden mit unseren Produkten.
      Gruß
      Luisa

  3. Frank sagt:

    Ein Social Network am Arbeitsplatz ist eine sehr gute Idee. Bestimmt ist es jetzt einfacher Ansprechpartner für bestimmte Probleme im Konzern zu finden. Könnte mir vorstellen, dass es davor sehr schwierig war herauszufinden welche Personen für welche Projekte zuständig sind um diese auf bestimmte Dinge/ Probleme anzusprechen oder Infos zum Entwicklungsstand bestimmter Projekte zu erhalten. Auch im Rahmen des Knowledgemanagements ist ein Social Network bei der Arbeit sehr hilfreich.

    Gruß Frank

  4. Hartmann sagt:

    Die Integration von Social Media in die Organisation- und Kommunikationsstrategie ist sicherlich bei vielen Bereichen sehr hilfreich, jedoch können sich dies nur grosse Unternehmen leisten, da für die Betreuung und Pflege der Social-Media Instrumente zusätzliches Personal benötigt wird…. Und leider steht in vielen Unternehmen “Gewinn-maximierung und Kosten-Reduzierung” im Vordergrund…

  5. Sebastian Trende Mannheim sagt:

    ie chatten auf Skype, posten auf Facebook und surfen auf Xing. Mitarbeiter, die soziale Netzwerke ausgiebig nutzen, können für Arbeitgeber zum Problem werden, wenn sie ihren Schreibtisch zur digitalen Spielwiese verwandeln. Soziale Medien und häufige E-Mails senken die Produktivität der Büroarbeiter, hat eine Studie des Marktforschungsunternehmens Usamp jüngst ergeben. Danach arbeiten 45 Prozent der Arbeitnehmer höchstens 15 Minuten am Stück, ohne unterbrochen zu werden. Doch anstatt das Gespräch zu suchen, wissen sich Unternehmensleiter oft nicht anders zu helfen, als die Internetzugänge des gesamten Personals einzuschränken. Betrug vor allem in Deutschland gleicht die Online-Nutzung am Arbeitsplatz immer noch dem heimlichen Naschen an einer verbotenen Frucht: Viele Firmen sperren erfahrung sgemäß hochfrequentierte Seiten wie Youtube, Facebook und Einkaufsportale wie Ebay und Amazon, damit sich die Mitarbeiter wieder auf das fokussieren können, wofür sie bezahlt werden: aufs Arbeiten.

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